Eine kleine Delegation der Sternsinger St. Maria Wetzgau-Rehnenhof wurde am Montag zum Sternsingerbesuch des Landes Baden-Württemberg eingeladen. Ein besonderer Ausflug für
die jungen Ministranten.
Es ist Montagmorgen als sich fünf Sternsinger aus Wetzgau-Rehnenhof heimlich auf den Weg in die Landeshauptstadt machen. Noch niemand in der Gemeinde oder auch in Schwäbisch Gmünd weiß etwas von dem Ausflug nach Stuttgart. Mit dabei haben sie Weihrauch, goldene Kronen und prächtige Gewänder. Das Ziel ist die Villa Reitzenstein, Dienstsitz der Landesregierung von Baden-Württemberg. Nicht ein Stern führte die Heiligen Drei Könige dort hin, sondern die offizielle Einladung des Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann. Und das wurde bis zur letzten Sekunde geheim gehalten, der Besuch stand durch die Corona-Pandemie auf der Kippe. Durch ein strenges Hygiene-Konzept und 2G+ Regelung konnte der Empfang vor der Villa Reitzenstein schließlich stattfinden – zur Freude der Jugendlichen aus Wetzgau-Rehnenhof.
„Eine große Ehre“, findet Organisator Robin Kucher von den Ministranten St. Maria Wetzgau-Rehnenhof, „nur zwei Sternsingergruppen wurden in diesem Jahr vom Ministerpräsidenten eingeladen.
Eine davon waren wir“. Die fünf Wetzgauer Sternsinger vertraten die Diözese Rottenburg-Stuttgart. Eine weitere Sternsingergruppe nahm den weiten Weg aus Vörstetten im Landkreis Emmendingen auf sich, stellvertretend für die Sternsinger aus der Erzdiözese Freiburg.


Eine kleine Prozession führt die Mädchen und Jungs vom bewachten Besuchereingang direkt an die große Eingangstür der Villa Reitzenstein, begleitet von Kameraknipsen und einem Fernsehteam. Es ertönt das Lied „Stern über Bethlehem“, Wetzgauer Weihrauch steigt empor. Vor dem Eingang stehen Ministerpräsident Kretschmann mit seiner Frau Gerlinde, sie lächeln den Sternsingern zu. Auch Weihbischof Thomas Maria Renz ist seitens der Diözese vertreten. „Großer Staatsempfang für kleine Helden – so fühlt es sich zumindest an“, erzählt Robin Kucher überwältigt.
Geplant war der Besuch beim Ministerpräsident Kretschmann bereits im vergangenen Jahr. Alexander Trautmann von den Ministranten St. Maria bewarb sich damals für den besonderen Ausflug: „Wir
feierten in unserer Kirchengemeinde 50-jähriges Jubiläum – da wäre doch der Besuch in Stuttgart ein krönender Abschluss für das Jubiläumsjahr gewesen“, so Trautmann weiter. Doch daraus wurde nichts. Stattdessen übersanden die Sternsinger eine Videobotschaft an den „Landesvater“, als Dank gab es damals ein Grußschreiben und Geschenke vom Ministerpräsidenten höchstpersönlich. Bereits 2001 besuchten die Ministranten St. Maria den damaligen Ministerpräsidenten von Baden-Württemberg, Erwin Teufel. Umso mehr freuten sich die Sternsinger 2022 auf die wiederholte Einladung in die Villa Reitzenstein.
Das der Besuch der Sternsinger dem Ministerpräsidenten wichtig ist, merkt man. Gespannt hört er gemeinsam mit seiner Frau den Beiträgen der Sternsingergruppen zu und bedankt sich für das
Engagement der Jugendlichen, gerade in diesen Zeiten. Die Gruppe aus Wetzgau-Rehnenhof durfte Winfried Kretschmann nicht nur ihre traditionellen Lieder und Sprüche vortragen, sondern auch den
Segen an der große Empfangstüre anbringen. Bekräftigt durch das Wetzgauer Weihrauchfass, soll der Segen dem Regierungssitz nun „Liebe bescheren und Böses abhalten“.
Nach dem offiziellen Teil verabschiedet sich Winfried Kretschmann – er habe noch weitere Geschäftstermine. Gerlinde Kretschmann jedoch begleitet die Jugendlichen zu einem kleinen Umtrunk
in den Garten der Villa. Die Stimmung ist familiär. Gerlinde Kretschmann schwärmt von ihrem Besuch in Wetzgau, 2014 zur Landesgartenschau, erinnert sich noch an viele Details im Himmelsgarten. „Ein schönes Fleckle Heimat habt ihr“, sagt Kretschmann zu den Wetzgauer Ministranten. Die First-Lady von Baden-Württemberg packt kurzerhand sogar selbst mit an und verteilt Punsch und Gebäck. „Ein schöner Abschluss für einen großen Tag“, merkt Robin Kucher an. Auch die kleinen Sternsinger zeigen sich begeistert vom Besuch in Stuttgart: „Ich kenne Herrn Kretschmann nur aus dem Fernsehen. Schön, ihn einmal live zu sehen“, staunt ein begeistertes Kind. Das Fazit aller Beteiligten: Ein toller Ausflug.
Die hohen Staatsgäste, die ab sofort in der Villa Reitzenstein ein- und ausgehen, blicken nun auf den Türsegen der Wetzgauer Sternsinger. Zumindest bis zum nächsten Jahr, dann bringen andere
Sternsingergruppen aus dem Ländle dem Ministerpräsidenten den Segen. Für die Wetzgauer Sternsinger bleibt die Erinnerung an diesen Tag jedoch für immer bestehen.

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Fotos: Staatsministerium Baden-Württemberg